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Donnerstag, 24. September 09
Jürgen Becker„Ja, was glauben Sie denn?“
Eine kabarettistische Götterspeise
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Religion und Humor gehören untrennbar zusammen, huldigen sie doch demselben Gedanken: Die Dinge anders zu sehen, als es die vordergründige Vernunft nahe legt. Die Torte gehört auf den Kaffeetisch, doch zur frohen Botschaft wird sie erst im Gesicht des Patenonkels. Genau dort definiert sie den Unterschied zwischen Mensch und Tier – der Mensch ist das Wesen, das lachen kann. „Der Glaube ist ein Ärgernis für die Vernunft“ bemerkte schon Apostel Paulus. So hat die Kirche seit 2000 Jahren das selbe Problem: Sie muss etwas verkaufen, was noch nie jemand gesehen hat. Da kommen sie mit Vernunft nicht weit, da brauchen sie Phantasie! Eine Jungfrau wird Mutter, ein Toter steht auf, eine Torte fliegt. Doch Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Philosophie ist, wenn man trotzdem denkt. Religion ist, wenn man trotzdem stirbt. In der modernen multireligiösen Gesellschaft ist Religion ohne Humor vor allem eines: Gefährlich! - Es zeigt dem Publikum auf motivierende Art, wie er alle guten Götter auf seine Seite bringt: Religion als Kuchenblech der Phantasie.
Die Religionen dieser Welt und warum sie weder in sich gefestigt sind noch zusammenpassen wollen. Was für ein Minenfeld! Und dennoch muss man permanent herzhaft lachen. Dank Jürgen Becker.
Das Kulturforum begrüßt erneut den „Mitternachtsspitzen-Macher“ vom WDR.
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Freitag, 23. Oktober 09
Matthias Deutschmann„Reise nach Jerusalem“mehr
Auf den Spuren der Kreuzritter macht sich Matthias Deutschmann auf ins Heilige Land und lässt dabei Deutschland nicht aus den Augen. In seinem neuen Programm verzahnt er Gegenwart und Vergangenheit und erklärt, warum es ist, wie es ist. 140 Minuten lang funkelt hochintelligentes Kabarett der Königsklasse, eine auf die Spitze getriebene Analyse globaler bundesrepublikanischer Politik mittels Ironie und schwarzem Humor. Der geborene Pfälzer meidet Allgemeinplätze, spießt die Themen lieber in einer Art auf, bei der ihm der Konsens nicht zwingend sicher ist. Dabei liefert er verbale Spitzen am Fliessband, ohne jemals Massenware abzuliefern und nur die Intermezzi am Cello geben Atempausen zwischen den fiesen Piksern und Provokationen. Es ist die klassische Form des politischen Kabaretts, wo die Weltpolitik ins Wohnzimmer geholt wird, um sie dort genüsslich zu zerlegen.
Mit großartiger Mimik und einer tiefen durchdringenden Stimme balanciert Matthias Deutschmann mühelos zwischen beißender Satire und feiner Ironie. „Der Mann steht für satirische Qualitätsarbeit und unterhält auf hohem Niveau.“ Er ist ein Adeliger unter den Kabarettisten. Über 25 Jahre ist er jetzt schon auf deutschen Bühnen unterwegs. Jetzt präsentiert er sein aktuelles und elftes Soloprogramm „Reise nach Jerusalem“ und ist zum wiederholten Mal im Kulturforum Neustadt zu Gast.
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Freitag, 06. November 09
GrádaNew Irish Folkmehr
Die irische Presse jubelt: „Hottest New Traditional Band around“ und „The next big thing“. Die Rede ist von Gráda. Nach ihrer ausgedehnten einjährigen Tour durch Australien, Japan und USA werden sie als Entdeckung gepriesen und in der Heimat bereits als eine der wichtigsten irischen Bands der letzten 10 Jahre gefeiert. Nun sind sie zurück und beehren die deutschen Folk-Fans, zum dritten Mal nach ihrem triumphalen Erfolg bei der Tour Festival of Irish Folk Music 2005.
Wie viele bekannte Größen, entstand die Gruppe im unvergleichlich fruchtbaren Biotop der Dubliner Musik Szene beim spontanen Zusammenspiel in Kneipen-Sessions. Hier haben sich durch die Bank weg Spitzenmusiker zusammengefunden. Etwa das musikalische Chamäleon Alan Doherty (diverse Holz- und Metall Flöten, Gitarre). Millionen Kinogänger hörten seine Musik im Film „Herr der Ringe“, wo er als Solist für den Soundtrack mit einem Oscar geehrt wurde.
Das Publikum steht bei der modernen Folk Roots Musik von Gráda Schlange, um sich dem himmlischen, aber auch tanzbaren Mix aus irischer und bretonischer Folk Musik, auch mal leicht gewürzt mit Elementen osteuropäischer Musik, hinzugeben. Innovative Klänge, virtuos instrumentiert, zeitlos schöner Gesang des Riesentalents Nicola Joyce, erfrischend modern.
Anlässlich eines übervollen Auftaktkonzertes in Ulm resümierte die Zeitung: „Die Mischung zwischen Pop, Balladen und Traditionals ist ein Ohrenschmaus der Sonderklasse“.
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Freitag, 20. November 09
Carmela De FeoLa Signora – sei mein!mehr
Sie ist der heißeste Flirt seit der Erfindung des Akkordeons und sie weiß, was sie will.
Wenn La Signora auf Partnersuche geht, werden Mann die Beine weich. Sexy Haarnetz, schwarze Bluse, schwarzer knöchellanger Rock und der auffällige Schönheitsfleck auf der Wange - so heiß wie diese modische Offenbarung war zuvor nur Marilyn Monroe. Gnadenlos umschwärmt sie Akkordeon spielend und singend die begehrten Testosteron-Träger: Sei mein, mein Sein, das Unmögliche wird möglich, das Mögliche wird unmöglich - diese Venus bringt alles und jeden um den Verstand. Es gibt kein Entkommen, denn La Signora ist gnadenlos, geht dahin, wo es weh tut, mitten ins Publikum und zeigt dabei das Schönste, was sie zu bieten hat: dürre, käseweiße Schienbeine.
„Man nennt mich La Signora und ich bin eine Frau“, diese Aussage umfasst die ganze Schlichtheit ihres Seins. Allein damit versteht es das Italo-Girl aus Oberhausen-Alstaden, das Publikum zu einer fantastischen Reise ins Reich der Vorstellungen zu entführen. Der Zuschauer kann sich dem geballten italienischen Charme nicht entziehen, schließlich wartet noch ein tiefgängiges Finale bei der abgefahrensten Bräutigam-Schau seit Jahren. Typisch La Signora eben: Langweilig wird es mit dem Akkordeon spielenden Wirbelwind garantiert nie.
Unsere Entdeckung auf der Freiburger Kulturbörse 2008!
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Freitag, 15. Januar 10
David Leukert„Männer und Kinder zuerst!“mehr
Heutzutage kannst du dich einfach auf nichts mehr verlassen – nicht mal auf die Unbeständigkeit. Leukert findet, dass die klimaveränderte Welt ziemlich durch den Wind ist: In der Liebe sind Leistung und Tempo angesagt („Speed Dating”) während die Globalisierung durch den Magen geht („Fischplatte Kreta mit norwegischem Beizlachs“). Auf der Autobahn hat der Langsamste die Macht, und zuhause läuft es schon gar nicht rund: Ein trautes Eigenheim kann unheimlich werden, wenn man die Nachbarn kennenlernt. Dabei gibt er offen zu, dass er nicht immer durchblickt. Vor allem nicht in Fragen der Erziehung. Kinder brauchen heute eine harte Hand – o.k. Nur: Was tun, wenn der rebellische Papa nicht gehorchen will? Die Mutter fühlt sich nicht zuständig für die Kleinen. Sie hat schließlich schon genug damit zu tun, ihren Mann zu erziehen. Andere Lösungen müssen her: Muttermilch per SMS? Das muss doch irgendwie gehen.
So wendet und windet sich der Komiker in „Männer und Kinder zuerst!“ als melancholischer Macho, engagierter Vater und Experte für Familie, Jugend und Spott tabulos durch die Grauzonen des Alltags. Dabei treiben sogar banalste Ereignisse, etwa beim Kult-Lied „Atmen“, aufregende Blüten. Der Berliner folgt musikalisch wie textlich dem Prinzip, scheinbar unvereinbare Gegensätze trocken aufeinander prallen zu lassen.
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Freitag, 05. Februar 10
Jens Heidtmann„Da kann man nich meckern!“mehr
…schade eigentlich, da doch das Meckern unsere liebste Lebensäußerung ist. Deshalb treffen Sie in kurzen kabarettistischen Spielszenen u.a. auf norddeutsche Basisphilosophen, arische Karnickel, einen Aschenbecher in der beruflichen Krise und einen uniformierten Erlebnispädagogen der neuen Generation. Mit anderen Worten: eine bunte Auswahl skurriler, liebenswerter oder auch garstiger Persönlichkeiten, die eins gemeinsam haben: Sie können sehr wohl meckern und sie tun es!
Das Programm wird präsentiert von Wilfrid Putensen, Lokalpatriot und kulturelle Ein-Euro-Kraft der Stadt Blökenhusen an der Hupe. Er möchte Ihnen zwischen den Szenen die touristische Attraktivität seiner Heimatstadt nahe bringen, gerät dabei aber unversehens in die Abgründe der Blökenhusener Lokalpolitik, die gar nicht so weit entfernt ist von der „Region“. Er präsentiert Blökenhusen in seiner touristischen Attraktivität, von Kuhfladenbingo über das Strandcafé Blökenhusen-Perle bis zum internationalen Hupenmuseum.
Jens Heidtmann weist mit gekonnter Puppen- und Stimmführung auf die zahlreichen Wechselfälle des politischen wie allgemeinen Lebens nicht nur mit dem Zeigefinger hin. Zahlreiche ausverkaufte Vorstellungen im „Figurentheater Hannover“, seine Auftritte beim „Kleinen Fest im großen Garten“ zu Herrenhausen zeigen die beständige Nachfrage nach dem niedersächsischen Künstler.
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Freitag, 26. Februar 10
Jochen Malmsheimer„Flieg Fisch, lies und gesunde! oder:
Glück, wo ist Dein Stachel?!“
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Ein Millionen-Fernsehpublikum erreicht Jochen Malmsheimer vor allem durch seine regelmäßigen Auftritte im ZDF bei „Neues aus der Anstalt“. Jochen Malmsheimer, das steht für literarische Comedy von blitzender Intelligenz und umwerfender Direktheit. Ein leidenschaftlicher Vortrag, eine entfesselte deutsche Sprache und die abenteuerlichsten Momentaufnahmen eines in höchste Not geratenen Alltags. In seinem Programm hebt Jochen Malmsheimer lustvoll und in immer neuen Formen die Grenzen zwischen Unsinn und Poesie auf, bis die Botschaft des Abends klar und deutlich zu vernehmen ist: das Fleisch ist willig, der Geist bleibt schwach, aber der Fisch wird fliegen, wolle, was da komme.
Trost bietet allein die Wissenschaft. Dies macht Malmsheimer an Hand der augenfälligen Verbindung zwischen der ägyptischen und niedersächsischen Kulturgeschichte, akademisch allerdings höchst brisant, überdeutlich. Bis schlußendlich die Weltverschwörung der Bücher, von der er durch Zufall erfährt, in einem rasanten Finale das Geheimnis der Losung von „Flieg Fisch, lies und gesunde ...“ lüftet. Das unverkennbare Markenzeichen des Bochumer Kabarettisten: Ein leidenschaftlicher Vortrag, eine entfesselte deutsche Sprache brachten ihm zahlreiche Preise, nicht zuletzt 2009 den Deutschen Kleinkunstpreis.
Weiteres & Näheres & Sehens- wie Hörenswertes unter: www.jochenmalmsheimer.de
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Freitag, 16. April 10
Arnulf Rating„Aufwärts!“
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Rating recherchiert in seinem neuen Programm die aktuelle Lage und stellt fest: Deutschland geht es im Grunde gut. Das Land vereint: Die Arbeitslosen nicht nur gefördert, sondern auch gefordert. Und dank des Klimawandels winkt selbst für Geringverdiener ein Platz an der Sonne: Im eigenen Land! Dafür sind wir schließlich jahrelang Auto gefahren.
Kein Anlass also für schlechte Stimmung und Panikmache. Die Politik hilft, wo sie kann. Die kranken Banken sind der Beweis. Emsig werden Rettungspakete geschnürt. Denn wenn es jemandem schlecht geht, braucht er ein Paket. Das weiß unsere Kanzlerin aus dem Osten. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Banker selber schuld sind oder geschlafen haben. Soziale Marktwirtschaft bedeutet eben, dass auch dem Penner auf der Bank geholfen wird. Mitunter geht es trotz der Milliarden aus den Rettungsschirmen schneller abwärts als mancher Schirm sich öffnet. Erste Verzweifelte werfen sich vor den Zug. Aber auch hier sollten wir keine Panik aufkommen lassen. Denn ob der Zug wirklich kommt, weiß beim Zustand unserer Bahn niemand…
Arnulf Rating gehört zwar nicht zum „Inventar“ des Neustädter Kulturforums, kommt dem aber als „Stammgast“ schon recht nahe!
Weiteres & Näheres & Sehens- wie Hörenswertes unter: www.arnulfrating.de
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Unser Programm im PDF-Format (ca. 540 KB)
Broschüre Programm 09/10
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